Erasmus+ weltweit ist für die Internationalisierung von hoher strategischer Bedeutung – Teil I

Videoreihe mit Statements zu 10 Jahren Förderlinie KA171
Spektrum
Lesezeit: 4 min
Text: Marco Stenzel

Erasmus+ über alle Grenzen hinweg: Im Jahr 2025 feiert die Förderlinie „Erasmus+ Mobilität mit Partnerländern“ (KA171) ihr zehnjähriges Jubiläum (lesen Sie dazu auch unseren Artikel “10 Jahre Erasmus+ weltweit – gemeinsam lernen und lehren”). Die Förderlinie, im internationalen Kontext auch „International Credit Mobility“ (ICM) genannt, ermöglicht die weltweite Mobilität von Studierenden und Hochschulpersonal. Damit hat sich Erasmus+ zu einer weltweiten Erfolgsgeschichte weiterentwickelt. 

Seit 2015 haben deutsche Hochschulen über die Förderlinie die Möglichkeit, gezielt Kooperationen mit Partnerinstitutionen und Austauschprogramme auch mit Ländern außerhalb des klassischen Erasmus-Raums in die Wege zu leiten und auszubauen. Studierende, Promovierende und Hochschulbeschäftigte können im Rahmen solcher strategischen Partnerschaften von Deutschland aus Erfahrungen an Hochschulen auf anderen Kontinenten sammeln und umgekehrt aus nahezu allen Ländern der Welt nach Deutschland kommen und sich hier wissenschaftlich wie persönlich weiterbilden. 

Zentraler Baustein der Internationalisierung

Ursprünglich als Erweiterung des Erasmus+ Programms gedacht, ist die weltweite Förderung heute ein zentraler Baustein der strategischen Internationalisierung deutscher Hochschulen und steht für den kontinuierlichen Ausbau globaler Bildungsnetzwerke: Viele Hochschulen setzen gezielt auf die Ausweitung oder Weiterentwicklung akademischer Beziehungen, beispielsweise mit Regionen wie Subsahara-Afrika, Asien, dem südlichen Mittelmeerraum oder dem Westbalkan. In den vergangenen zehn Jahren fanden dadurch über 32.000 Mobilitäten weltweit statt.

Statements unterstreichen Bedeutung

Welche bedeutende Rolle die „International Credit Mobility“ für die deutschen Hochschulen spielt, zeigen im Folgenden verschiedene Aussagen von Erasmus+ Hochschulkoordinatorinnen und -koordinatoren aus dem Herbst 2025, die wir anlässlich des Jubiläums eingeholt haben. 

Im ersten Teil der Serie erhalten Sie einen Einblick, wie die weltweite Förderung durch Erasmus+ zur strategischen Internationalisierung von Hochschulen beiträgt. In den kommenden Folgen beleuchten die Verantwortlichen aus den Hochschulen weitere Vorteile und Erfolge der Förderlinie. 

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Zu den strategischen Internationalisierungszielen der Universität Kassel gehört die Vertiefung der Zusammenarbeit in Forschung und Lehre mit den Ländern des sogenannten Globalen Südens. Die KA171-Förderung spielt vor diesem Hintergrund eine sehr wichtige Rolle, da sie eine der raren Förderoptionen für die Länder dieser Regionen darstellt.
Dr. Randolf Oberschmidt – Referat Internationalisierung und Internationale Kooperationen, Universität Kassel

Weitere Stimmen von Hochschulangehörigen

"Die Freie Universität Berlin setzt Erasmus+ KA171 gezielt zur strategischen Weiterentwicklung ihrer weltweiten Partnerschaften ein. Die Förderung ermöglicht nicht nur individuelle Mobilität, sondern auch institutionellen Austausch, Wissenstransfer und „Capacity Building“. Unser Ansatz basiert auf einem regionalen Koordinationsmodell in der Abteilung Internationales: Regionale Ansprechpersonen identifizieren gemeinsam mit Fachbereichen und Partnern Förderbedarfe und Potenziale für die Antragstellung. So entsteht eine Verbindung zwischen struktureller Internationalisierung und akademischer Profilbildung. KA171 trägt damit konkret zur Umsetzung unserer internationalen Strategie bei, insbesondere im Hinblick auf nachhaltige Beziehungen mit dem Globalen Süden, wo die akademischen Beziehungen in der Vergangenheit oft nicht stark genug waren, um eine dauerhafte Partnerschaft zu initiieren. 

Ein zentraler Bestandteil unserer Nutzung von KA171 ist die Förderung von Mobilität für alle Statusgruppen – einschließlich der Studierenden. Auch wenn Outgoing-Mobilität über KA171 derzeit nur in bestimmten Ländern förderfähig ist, nutzen wir die Mittel gezielt, um zusätzliche Studienaufenthalte außerhalb Europas zu ermöglichen. Die geförderten Plätze flankieren unser bereits etabliertes, weltweites Direktaustauschprogramm für Studierende und tragen zur weiteren Diversifizierung unseres Mobilitätsportfolios bei. In vielen Fällen ist KA171 auch ein Türöffner: Die Zusammenarbeit im Rahmen von KA171 führt häufig dazu, dass wir auch mit diesen Partnern dauerhafte Direktaustauschabkommen abschließen."

Stefanie Ritter – Koordinatorin Mobilität von Einzelpersonen mit Partnerländern - KA171 Abteilung Internationales, Freie Universität Berlin (FU Berlin)

Die internationale Dimension von Erasmus+ verstehen wir als Impulsgeber für institutionelle Entwicklung: Neue Partnerschaften entstehen oft im Zusammenspiel von Forschungsinteressen, Studienprogrammen und Mobilitätskooperationen – und entwickeln durch Erasmus+ eine langfristige Dynamik, die alle Beteiligten stärkt.
Stefanie Ritter, Freie Universität Berlin

„An der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen ist die Internationalisierung einerseits ein Instrument zur Profilbildung, andererseits ein integrativer institutioneller Prozess, der alle Hochschulangehörigen involvieren und zur aktiven Mitgestaltung motivieren möchte. 

Die Erweiterung des Erasmus+ Programms um die Programmlinie KA107/KA171 eröffnet die Chance, weltweite Kooperationen zu fördern und Mobilitäten auch außerhalb des klassischen Erasmus-Raums zu realisieren. Nicht-EU-Länder in das Erasmus+ Programm integrieren zu können, hat die Zahlen der Incoming- wie Outgoing-Mobilitäten sichtbar erhöht. Die Gegenseitigkeit intensiviert bestehende Kooperationen und initiiert neue Partnerschaften. Für Studierende, Lehrende und Mitarbeitende der Hochschulen in bestimmten Partnerländern wäre die komplette Eigenfinanzierung eines Austauschaufenthaltes nicht leistbar, somit ist die Förderline KA171 eine wirkliche Bereicherung.“

Kerstin Gallenstein – Koordinatorin Mobilität von Einzelpersonen - KA131, Koordinatorin Mobilität von Einzelpersonen mit Partnerländern - KA171, International Affairs, Hochschule für Wirtschaft & Gesellschaft Ludwigshafen (HWG)

 

Die KA171-Förderlinie ist für den internationalen Austausch von hoher strategischer Bedeutung. Damit wird es uns ermöglicht, die übergeordneten Ziele der HSWT – wie die Verankerung von Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Wirtschaft – auch auf internationaler Ebene wirkungsvoll zu verankern und zu erreichen.
Dr. Eric Veulliet – Präsident der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT)

„Die Erasmus+ Förderlinie KA171 ist ein zentraler Baustein der Internationalisierungsmaßnahmen an unserer Hochschule. Seit ihrer Einführung konnten viele bestehende Kooperationen im Bereich der angewandten Grünen Lebenswissenschaften gestärkt und neue Partnerschaften aufgebaut werden, insbesondere auch in Ländern des Globalen Südens. Zugleich leisten die Maßnahmen, zum Beispiel durch die Schaffung neuer Studienangebote für Austauschstudierende, einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Internationalisierungsstrategie der HSWT, wie die Steigerung der Incoming-Mobilität, die Stärkung der Willkommenskultur, den Ausbau internationaler Strukturen und die Erhöhung der internationalen Sichtbarkeit.“ 

Michaela Ring – Koordinatorin Mobilität von Einzelpersonen - KA131, Koordinatorin Mobilität von Einzelpersonen mit Partnerländern - KA171, Akademisches Auslandsamt, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT)

Durch intensiven Personalaustausch erhalten die Partnerinstitutionen wertvolle Impulse für ihre Hochschulentwicklung.
Michaela Ring, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf