Demokratische Grundpfeiler wie Freiheit, Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit wirken oft abstrakt. Doch internationale Begegnungen machen diese Werte greifbar. Interkulturelle Kompetenz fungiert dabei als Schlüssel für politische Verständigung. Wer durch Erasmus+ lernt, Unterschiede nicht nur auszuhalten, sondern zu verstehen, legt den Grundstein für einen konstruktiven Dialog über Grenzen hinweg.
In einer komplexen Arbeitswelt sind Anpassungsfähigkeit und berufliche Leistungsfähigkeit von großer Bedeutung. Ihre volle Wirkung entfalten sie jedoch erst im Zusammenspiel mit einem reflektierten Werteverständnis. Ein europäisches Wir-Gefühl wird damit zunehmend zu einer Schlüsselressource, sowohl für individuelle Karrierewege als auch für das gesellschaftliche Miteinander. Im Zentrum stehen Kompetenzen wie demokratische Urteilskraft, Mündigkeit und die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen. Sie verbinden fachliches Können mit ethischer Orientierung, eine Kombination, die in einer komplexen, vernetzten Welt immer wichtiger wird.
Wir brauchen in Europa eine deutliche Stärkung der proeuropäischen Haltung, der Identität als Europäerinnen und Europäer. Und dabei kann Erasmus+ einen wichtigen Beitrag leisten. Wir wissen aus Untersuchungen, dass die proeuropäische Haltung durch Erasmus Programme zunimmt bei den Teilnehmenden.
Erasmus+ trägt dazu bei, politische und gesellschaftliche Unterschiede besser zu verstehen. Teilnehmende lernen, Perspektiven aus anderen Ländern nachzuvollziehen, einzuordnen und in den Dialog einzubringen. Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung ist diese Fähigkeit eine zentrale Voraussetzung für Verständigung und Kooperation in Europa.
In Zeiten von Nationalismus, Isolationismus und antidemokratischen Tendenzen ist die Idee, dass durch Erasmus eine europäische Identität, ein Miteinander und ein Austausch entstehen, virulenter denn je.
Die Wirkung von Erasmus+ entfaltet sich nicht nur auf politisch-kultureller Ebene, sondern auch im europäischen Wirtschaftsraum. Der Binnenmarkt lebt von der Mobilität von Menschen, Ideen und Kompetenzen. Austauschprogramme schaffen die Netzwerke, auf denen diese Mobilität aufbaut.
Der Ursprungszusammenhang der Europäischen Union ist der Binnenmarkt und die wirtschaftliche Union. Und das ist auch bis heute immer noch ein großer Erfolgsfaktor der EU. Ein wichtiges Element darin ist neben der freien Bewegung von Waren auch die freie Bewegung von Menschen – und da ist Erasmus ein Teil von. Studierende brauchen diesen Austausch, Forschende brauchen diesen Austausch.
Verbindungen zwischen Studierenden, Lehrenden und Forschenden stärken die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg und fördern Innovation. So trägt Erasmus+ dazu bei, Europa nicht nur offener, sondern auch resilienter zu machen.
Die Videoserie „Skills & Values“ findet mit diesem dritten Teil ihren Abschluss. Sie macht deutlich, dass Erasmus+ Kompetenzen und Werte untrennbar miteinander verbindet und damit eine zentrale Grundlage für ein handlungsfähiges und geeintes Europa schafft. Als Motor für ein gemeinsames europäisches Wir-Gefühl entfaltet das Programm seine Wirkung weit über die individuelle Erfahrung hinaus.