Erasmus+ vermittelt Kompetenzen fürs Leben. Die Fähigkeit zum Perspektivwechsel, persönliche Reife und die Offenheit für Vielfalt prägen Biografien nachhaltig. Sie ermöglichen es vor allem jungen Menschen, sich in einer komplexen Welt sicher zu bewegen, Verantwortung zu übernehmen und Europa nicht nur zu denken, sondern zu leben.
Ein Auslandsaufenthalt ist einfach eine ,Life Changing Experience´. Und das Ganze wird noch mal ganz besonders ermöglicht von Erasmus+. Tausende junge Menschen in Europa haben die Möglichkeit, genau das zu erleben. Das Programm beflügelt ihren Mut und ihre Weltoffenheit in einer ganz prägenden Lebensphase.
Interkulturelle Kompetenz bedeutet mehr als eine Verbesserung der eigenen Sprachkenntnisse oder ein Aufenthalt im Ausland. Der Begriff beschreibt die Fähigkeit, sich in andere Lebensrealitäten hineinzudenken, Unterschiede wahrzunehmen und eigene Sichtweisen zu hinterfragen. Erasmus+ schafft dafür einen Erfahrungsraum, der Perspektivwechsel nicht nur ermöglicht, sondern einfordert.
Die Politikwissenschaftlerin und Anthropologin Charlotte Bechert beschreibt, wie Auslandserfahrungen selbst in kulturell vermeintlich ähnlichen Ländern feine, aber prägende Unterschiede sichtbar machen, sei es in politischer Kultur, akademischen Debatten oder im sozialen Miteinander. Diese Erfahrungen schärfen die Fähigkeit, unterschiedliche Sichtweisen einzuordnen und komplexe Zusammenhänge aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.
Ein Erasmus+ Aufenthalt erweitert nicht nur den geografischen Horizont, sondern auch den individuellen Verhaltensspielraum. Neue soziale Kontexte, andere Bildungs- und Arbeitskulturen sowie das Leben in einer fremden Umgebung fordern heraus und fördern zugleich Selbstständigkeit, Selbstvertrauen und Entscheidungsfähigkeit.
Charlotte Bechert berichtet über diesen Effekt so:
Dieser Mix aus unterschiedlichen Einflüssen und diese Erweiterung dessen, was man an Möglichkeiten kennt – das hat mir sehr viel gebracht, meine eigene Vorstellung, meinen eigenen Weg zu schärfen und zu bauen.
Diese Form der persönlichen Entwicklung wirkt langfristig. Teilnehmende berichten davon, dass sie ihre eigenen Ziele klarer formulieren, ihren Weg bewusster gestalten und Veränderungen offener begegnen können. Die dabei erworbenen Kompetenzen entfalten ihre Wirkung nicht nur im Berufsleben, sondern ebenso im sozialen Miteinander und im gesellschaftlichen Engagement.
Erasmus+ wirkt auch über individuelle Lernbiografien hinaus – als Quelle von Inspiration und Orientierung. Begegnungen, Netzwerke und Vorbilder zeigen, welche Wege möglich sind und wie internationale Erfahrungen Lebensläufe prägen können. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär verweist in diesem Zusammenhang auf prominente Erasmus+ Alumni wie den ESA-Astronauten Matthias Maurer, um die Strahlkraft des Programms zu verdeutlichen. Zugleich betont sie die gesellschaftliche Dimension des Programms: Erasmus+ stiftet Verständnis, schafft Vertrauen und stärkt den europäischen Zusammenhalt. Werte, die in Zeiten globaler Unsicherheit an Bedeutung gewinnen.
Im dritten und letzten Teil der Serie rückt schließlich eine weitere Dimension in den Mittelpunkt: Europäische Werte leben – Erasmus+ als demokratisches Projekt.