Aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) fördert und administriert die NA DAAD 2 Programme – die «Lokalen Erasmus+ Initiativen» (LEI, seit 1991) und «Europa macht Schule» (EmS, seit 2009) – sowie die EmS-Programmlinie «Back to School» (BtS, seit 2022). Dieses Trio gibt auf den ersten Blick Studierenden die Möglichkeit, sich für internationalen Austausch und kulturelles Verständnis einzusetzen, auf den zweiten Blick bieten sie aber besonders auch Hochschulen zahlreiche Vorteile bei der Umsetzung eigener Ziele. Warum sollten Hochschulen und Studierende hier Hand in Hand arbeiten?
Das Programm «Europa macht Schule» bringt internationale Studierende und Schulklassen in ganz Deutschland zusammen. Gemeinsam gestalten sie ein interaktives Projekt und lassen den Gedanken des interkulturellen Austauschs auf persönliche Weise lebendig werden. Ursprünglich wurde das Programm vom Verein Europa macht Schule e. V. gegründet, der noch heute ideeller Träger des Programms ist. Koordiniert werden die Projekte in jeder Stadt von Teams, die sich aus Studierenden der örtlichen Hochschulen zusammensetzen. Dadurch adressiert «Europa macht Schule» mehrere für Hochschulen relevante Zielgruppen:
Das Team Studentisches Engagement für Europa der NA DAAD, v.l.: Raffaella Lesizza, Parastou Mowlavidjou, Elisabeth Gruber, Martina Blindert, Lisa Greinch, Miriam Palm
«Back to School» ist eine 2022 angelaufene Programmlinie von «Europa macht Schule». Sie bietet Studierenden deutscher Hochschulen die Chance, sich nicht nur koordinativ wie bei EmS einzubringen, sondern selbst aktiv zu werden und ein Projekt über die eigenen Erfahrungen des Auslandsstudiums oder -praktikums an einer Schule in Deutschland durchzuführen. Generell möchte «Back to School»
Um «Europa macht Schule» und «Back to School» zu verankern, muss eine Hochschule verhältnismäßig wenig Input für eine beachtliche Wirkung einbringen – ein Antrag ist schon einmal nicht notwendig! Hochschulen können die Umsetzung mit wenigen Handgriffen unterstützen.
Zur Gewinnung von Studierenden für «Europa macht Schule» und «Back to School» senden die Hochschulen eine von der NA DAAD vorgefertigte Mail an ihre Studierenden – das können zurückgekehrte Studierende sein, aber auch anderweitig Interessierte aus den Fachbereichen, zum Beispiel im Bereich des Lehramts, interkultureller Studiengänge, der Politikwissenschaften oder der Geografie.
An «Back to School» Interessierte melden sich bei der NA DAAD an und diese übernimmt alles Weitere.
Die ehrenamtlichen Standortmitglieder eines «Europa macht Schule» Standort-Teams betreuen und koordinieren den Programmablauf vor Ort. Dies können Hochschulen beispielsweise durch die Bewerbung des Programms via Mailverteiler oder durch die Bereitstellung von Räumlich keiten unterstützen. Die zentrale Koordination der studentischen Teams übernimmt die NA DAAD. Hier kommt also keine zusätzliche Arbeit auf die Hochschulen zu.
Die Lokalen Erasmus+ Initiativen sind fast so alt wie Erasmus+ selbst: Seit über 30 Jahren informieren, beraten und motivieren studentische Hochschulgruppen im Namen der LEI Studierende deutscher Hochschulen rund um das Thema «Erasmus+ Auslandsaufenthalt». Dadurch helfen sie Hochschulen wesentlich nicht nur bei der Gewinnung von Studierenden für eine Auslandsmobilität, sondern auch bei deren Vorbereitung. Zusätzlich unterstützen sie bei der Orientierung internationaler Studierender an der eigenen Hochschule.
Zu den klassischen Aktivitäten der LEI gehören Sprachtandems, Buddy-Programme, internationale Stammtische, Stadtführungen und Infoveranstaltungen. Daneben organisieren die LEI aber ebenfalls außergewöhnliche Aktionen, um internationale und lokale Studierende zusammenzubringen und so die Mobilität zu fördern. Zusätzlich zur pauschalen Förderung der LEI durch die NA DAAD können diese für unter jährlich wechselnden Sonderthemen stattfindende Aktionen eine Finanzierung erhalten. Im vergangenen Jahr lautete das Sonderthema «Nachhaltigkeit». Durchgeführt wurden beispielsweise der Besuch eines Müllmuseums sowie Diskussionen mit internationalen Studierenden über Mülltrennung und -vermeidung und Workshops zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen.
Die LEI sind im Gegensatz zu EmS und BtS wesentlich enger mit der Hochschule verzahnt und arbeiten oft intensiv mit den International Offices zusammen. Zur Förderung ist ein Antrag einer LEI in Kooperation mit dem jeweiligen Akademischen Auslandsamt notwendig, wobei die Förderung jedes Jahr gegen Jahresende durch die NA DAAD ausgeschrieben wird.
Wie sich gezeigt hat, kann das Trio EmS, BtS und LEI für Hochschulen einen deutlichen Mehrwert in der Bewerbung von Mobilitäten und zur Erreichung der Internationalisierungsvorhaben der Hochschulen darstellen – oder aber auch bestehende Zusatzqualifikationen an den Hochschulen, beispielsweise Zertifikate im Bereich des Service Learnings, ergänzen. Denkbar ist gleichermaßen eine Integration in Fachbereichen wie Pädagogik oder Europastudien. Interessierten Hochschulen steht das gesamte Team «Studentisches Engagement für Europa» der NA DAAD bei Fragen gerne zur Verfügung und unterstützt bei der Etablierung der Programme an der eigenen Hochschule.
Jahresende: Antragstellung für die Förderung einer LEI bei der NA DAAD
Jahresbeginn: Förderbewilligung erhalten und Mittel anfordern
Aktivitäten im Rahmen der LEI durchführen
Anfang Folgejahr: Verwendungsnachweis einreichen